UFA-Dabei 800/1971 23.11.1971

Sacherschließung

01. Bonn: Außerordentlicher SPD-Parteitag (Steuerpolitik als Gesellschaftspolitik)
Erhard Eppler im Profil an Mikrofonen, halbnah, O-Ton zur Steuerpolitik der Regierung.
O-Ton: Noch nie hat es eine Steuerpolitik gegeben, die nicht gleichzeitig Gesellschaftspolitik gewesen wäre; fragt sich nur, zu wessen Gunsten. Und also wird eine sozialdemokratische Steuerpolitik auch sozialdemokratische Gesellschaftspolitik sein."
Applaudierende Zuhörer. Schwenk auf Stirnwand des Saales mit Schrift: "SPD '71, Außerordentlicher Parteitag". Wischnewski, Schiller, Leber, Annemarie Renger in eine Reihe sitzend. Willy Brandts Hände, Schwenk auf sein Gesicht, nah. Helmut Schmidt mit Wischnewski im Gespräch, groß. Frau Annemarie Renger, frontal, nah. Schiller, nah, Philip Rosenthal, groß, Wehner, Brandt, Wischnewski und Schmidt in einer Reihe sitzend, halbtotal. Tischreihen mit Teilnehmern. Willy Brandt an Mikrofonen, halbnah, spricht. O-Ton: "Nun, diese Leute wollen offenbar mißverstehen, wozu ich mich erneut bekenne und das ist dies: mit der Sicherheit der Arbeitsplätze darf nicht gespielt werden - darum geht es! Ich bitte, uns, und das heißt vor allem auch den Wirtschafts- und Finanzminister, dabei zu unterstützen, dass die vor uns liegenden schwierigen Aufgaben gemeistert werden können." Applaus. Wehner mit Pfeife, halbnah. Schiller, halbnah, an Mikrofonen. O-Ton: "Wir müssen den hohen Beschäftigungsstand in unserem Lande halten und wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft sichern." Zuhörer. Wehner und Brandt, von halb hinten, sitzend. Käthe Strobel und Steffens/Schleswig Holstein, zusammen am Tisch, halbtotal. Totale der Teilnehmer.

02. Köln: Olympia-Moden-Vorführung auf der Hohen Straße
Herren- und Damen-Olympia-Kleidung für alle Zwecke, diverse Einstellungen. Interviews: zur Olympia-Kleidung mit Passanten. O-Töne: "Ich find´s gut." - "Sehr schick, nicht." - "Sehr korrekt die Kleidung und modern." - "Sehr geschmackvoll ist die Kleidung und sehr gut ausgewählt - die Zweireiher sowohl wie die Einreiher. Der Trenchcoat ist auch sehr schick gearbeitet." - "So insgesamt finde ich es nicht besonders gelungen, muß ich sagen. Da diese Westenanzüge finde ich etwas steif, sonst diese Ausgehanzüge finde ich an und für sich ganz flott." - "Ja, ich finde die Kleidung zumindest ungewohnt. Es läuft nicht jeder so rum." - "Ich denke, die Kleider sind sehr schön und sie sind all sehr modisch." - "Also, ich würde sagen, wenn die Leistungen dementsprechend sind wie die Kleidung, dann haben wir ziemlich viel Chancen."

03. Hamburg: Kunstraub in der Hamburger Kunsthalle
Kunsthalle, Traforückfahrt, total. Innenaufnahmen mit Besuchern. Katalog der "Meister des 19. Jahrhunderts" wird umgeblättert. Die gestohlenen Gemälde im Katalog. Total Corots "Teich von Ville d'Avray" und 2 Gemälde von Delacroix "Tiger und Schlange" und "Löwe und Alligator" und Millets "Tochter des Künstlers". Leere Rahmen am Boden.
Rekonstruktion der Tat: "Täter" erklimmt das Flachdach der Kunsthalle, steigt über die Oberlichter. Behandschuhte Hände öffnen das Dachfenster. "Täter" läßt sich am Seil in den Ausstellungsraum. Schwenk über verschiedene Bilder in Taschenlampenlicht. Hände schrauben Bilder aus Rahmen. Totale der Kunsthalle, von der Rückseite aus gesehen, Traforanfahrt aus Oberlichtfenster. Interview mit Prof. Hofmann, halbtotal:
O-Ton: "Warum sind die Bilder nicht versichert?" - "Es gibt kein Museum der Welt, das imstande wäre, seinen Eigenbesitz zu versichern. Die Gründe dafür sind finanzieller Art: wir könne uns das einfach nicht leisten." Wärter an Steckuhr bei nächtlichem Rundgang. Elektrodrähte als Sicherung des Untergeschosses. Hofmann, nah, spricht.
O-Ton: "Die Alarmanlagen, die in der Kunsthalle vor etwa 12 Jahren eingebaut wurden, haben sich nun als unzureichend erwiesen. Wir wußten aber bereits vorher, dass dieser System ergänzungsbedürftig ist und seit Mitte dieses Jahres laufen Vorbereitungen in Richtung auf eine Verbesserung des Schutzes - Vorarbeiten, dienun leider oder Gott sei dank durch diesen Diebstahl eine gewisse Beschleunigung erfahren werden."
Unter dem O-Ton Teile der Alarmanlagen. Traforanfahrt auf Behörde. Schreiben an die Deutsche Wochenschau wegen Versicherung der Kunsthalle. Mann steigt Leiter hinauf und durchtrennt Blitzableiter. Neuer Wachmann von hinten zu sehen.

04. Berlin: Klaus Kinski und "Neues Testament"
Klaus Kinski ersteigt Bühne, total, am Mikrofon im Scheinwerferlicht, halbtotal. O-Ton Kinskis und Zwischenrufe aus dem Publikum.
O-Ton: "Der Gesuchte ist ohne festen Wohnsitz, seine Umgebung sind Gotteslästerer, Staatenlose, Zigeuner, Prostituierte." - "Für 10 Mark mußt Du mal was machen, Junge!" - "So, nun paßt mal auf!" - "Komm, halt Deine Schnauze, damit Du hörst, was ich jetzt sage - und vor allen Dingen komm Du jetzt hier, der so ein großes Maul hat - komm hier her!" - "Christus war, soviel ich weiß, duldsam und wenn ihm einer widersprochen hat, dann hat er versucht, ihn zu überzeugen. Er hat nie gesagt: Halt Deine Schnautze!" - "Nein, er hat nicht gesagt: Halt Deine Schnautze, er hat eine Peitsche genommen und hat ihm in die Fresse gehauen. Das hat er gemacht, Du dumme Sau und das kann Dir auch passieren!" - "Und dir auch!" - "Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: entweder die, die nicht zu dem Gesindel gehören, schmeißen die anderen raus oder sie haben ihr Geld umsonst gezahlt. Kinski holt Mann aus dem Publikum, der ihm ins Mikrofon antwortet. Wutausbrüche Kinskis: Kinski verläßt die Bühne. Boerner interviewt einen jungen Mann, der antwortet und einen 2. Mann.
O-Ton: "Kinski ist für mich Meditationshilfsmittel zu Gott. Er hat erkannt, er hat den Gott in mir erkannt, den Gott in sich selbst erkannt und ich habe den Gott in mir erkannt und den Gott in ihm selbst." - "Aber ich kann mir vorstellen, dass Christus persönlich keine Gegenstände durch die Gegend geworfen hätte, wenn er irgendwie gestört werden würde." - "Und außerdem glaube ich, dass Jesus mindestens, wenn nicht noch viel radikalere Temperamentsausbrüche hatte als ich." Klaus Kinski in Interview mit seiner Frau, halbnah. Klaus Kinski tobt mit einem Boxer am Boden. Kinski nimmt seine Frau in den Arm und küßt sie. Seine Hand hält eine Puppe. Kinski spricht mit Boerner groß.
O-Ton: "Das könne die Leute machen, wenn ihre eigenen Politiker sie im Fernsehen oder irgendwo zum Narren halten. Dann sollen sie hingehen und diesen Großschnauzern das Mikrofon wegnehmen und dann werden wir sehen, was mit ihnen passiert."
Klaus Kinski auf der Bühne am Mikrofon, nah. O-Ton: "Jesus ist da, rufen die Verzweifelten; Jesus ist da, rufen die schreienden Mütter in Vietnam; Jesus ist da, Jesus ist da." Tumult. Junger Mann am Mikrofon, nah:
O-Ton: "Kinski soll sich bei dem entschuldigen, der hier die Treppe runtergestoßen wird!" - "Euch aber, die Ihr mich hört, Euch sage ich: Liebet Euren nächsten wie Euch selbst!" - "Arschloch." - "Also jetzt für die anderen, kommt jetzt einer von diesen Schwachsinnigen herauf und sprich." - "Ich darf, ich darf ein Zitat bringen: An den Werken sollt Ihr sie erkennen. Das ist für mich entscheidend." Kinski verläßt die Bühne. Junger Mann am Mikrofon. Kinski versetzt ihm Hieb ins Gesicht, nah. Kinski
O-Ton: "Die Vorstellung ist beendet". Kinski wirft Mikrofon weg und verlässt die Bühne. Johlen und Pfeifen aus dem Publikum.

Herkunft / Inhaltsart

Sprechertext

Personen im Film

Boerner, Hans Jürgen; Brandt, Willy; Eppler, Erhard; Hofmann; Kinski, Klaus; Leber, Georg; Renger, Annemarie; Rosenthal, Philip; Schiller, Karl; Steffen, Jochen; Strobel, Käthe; Wehner, Herbert; Wischnewski

Orte

Köln; Hamburg; Berlin; Bonn

Themen

Sachindex Wochenschauen; Innenpolitische Veranstaltungen; Interviews; Olympiade 1972; Kulturelle Veranstaltungen; Kunst; Mode; 17 Findbuch Ufa Wochenschau Ufa dabei

Gattung

Wochenschau (G)

Genre

Wochenschau

Titel:

UFA-Dabei 800/1971

UFA-Wochenschau (Sonstiger Titel)

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsdatum:
23.11.1971
Produktionsjahr:
1971

Stabangaben

Herkunft:
Ausserordentlicher SPD-Parteitag, Bonn
Kamera: Luppa

Olympia-Moden-Vorführung, Köln
Kamera: Luppa

Kunstraub i. d. Hamburger Kunsthalle
Kamera: Ahsendorf

Klaus Kinski in Berlin m. "Neu. Testament"
Kamera: Pahl

Anfang und Ende

Gesamtlänge

Technische Daten

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