Deutschlandspiegel 211/1972 29.03.1972

Sacherschließung

01. München: Olympiaplakate
Stachus in München mit Auto- und Fußgängerverkehr. Türme der Frauenkirche neben Olympiaplakat. Ausstellung von Kunstgrafiken über Olympia. Fußgängermenge vor dem Rathaus. Einzelentwürfe von Olympiaplakaten (Zwischenschnitte). Trafo Stadtbild München. Bewegungsphasen von Läufer - Standbilder aus Filmstreifen. Baustelle Olympiastadion mit Dach. Luftaufnahmen: Zugspitze mit neuem Hotel, Schloss Herrenchiemsee, Königssee, Schloss Neu Schwanstein.

02. Bonn: Bundestagesdebatte "Ostverträge"
Totale des Plenarsaales mit Abgeordneten. Abgeordnete, halbnah. Walter Scheel auf Regierungsbank, halbnah. Willy Brandt neben Scheel auf Regierungsbank sitzend, halbnah. Rainer Barzel spricht zu den Ostverträgen: Wir, meine Damen und Herren, wollen das Selbstbestimmungsrecht und Freizügigkeit, und die gehören nach unserer Überzeugung zur dauernden Friedensordnung, der dann die Völker zustimmen, weil die Menschen greifbar und spürbar etwas davon haben. Deshalb sagen wir zu diesem Vertragswerk: So nicht!" Als Zuhörer Kurt Georg Kiesinger neben Ludwig Erhard, halbnah. Barzel nimmt am Schluss seiner Rede Konzept und verlässt Rednertribüne. Rückblick: Willy Brandt neben Alexej N. Kossygin bei Unterzeichnung deutsch-sowjetischen Vertrages. Walter Scheel neben Brandt bei Vertragsunterzeichnung. Händedruck Brandt, Jozef Cyrankiewicz. Brandt und Cyrankiewicz bei Unterzeichnung. Willy Brandt spricht vor dem Bundestag: "Der Gewaltverzicht und die Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens sind eine Sache der europäischen und der internationalen Politik geworden. Meine Damen und Herren, nehmen Sie es so, wie ich es sage, heute können wir noch zu den Schrittmachern einer neun Politik gehören, morgen würden wir bestenfalls den Nachzüglern zugezählt werden." Abgeordnete klatschen (Aufnahme von hinten). Scheel spricht: "Einen ersten Test haben die Verträge erfolgreich bestanden. Ohne sie würde es eine Berlinregelung nicht geben." Berlin: Kleinbus fährt durch Grenzkontrollstelle. Mauerwachposten. Beamte aus Ostberlin tragen Pakete mit Passagierscheinformularen. Schild an Haus: Büro für Besuchs- und Reiseangelegenheiten. Berliner Antragsteller in der Passagierscheinausgabestelle bei Abfertigung und Ausfüllen der Formulare. Menschenschlange vor dem Eingang.

03. Frankfurt: Einweihung des Air Port
Schnellbahn fährt in Station Frankfurt-Flughafen ein. Gustav Heinemann auf dem Bahnsteig in Begleitung gehend neben Ministerpräsident Albert Osswald. Gustav Heinemann spricht bei Feierstunde zur Eröffnung der neuen Abfertigungsanlagen: "Dem Frankfurter Flughafen wünsche ich allzeit gute Starts und gute Landungen. Mit diesem Wunsche setze ich jetzt die neu Empfangsablage durch eine Knopfdruck in Betrieb." Als Zuhörer Albert Osswald neben Georg Leber, halbnah. Die Lichter über den Schaltern der Empfangshalle flammen auf. Teileinstellungen der Flugplatzeinrichtungen. Flugzeuge auf dem Flugfeld. TWA-Flugzeug wird gezogen. Lufthansa Boeing wendet zum Start. Köche in der Großküche der Lufthansa. Koch schmeckt Suppe ab. Verteilen von Portionen. Menüs auf Platten. Stewardessen schminken sich vor Spiegeln. Die größte Wartungshalle der Welt. Techniker bei Wartung der Maschinen. Lufthansapiloten vor Armaturenbrett im Simulator. Training im Simulator mit Sichtsimulator. Landung von Lufthansa Boeing von rechts nach links im Bild (Jumbo-Jet).

04. Bremen: Jill Smith - Austauschschülerin aus Australien
Jill Smith mit Basken-Strickmütze und dunklem Haar spricht: "Ich heiße Jill Smith und wohne in Adely, der Hauptstadt von Süd-Australien. Vor zwei Monaten bin ich nach Deutschland gekommen, die deutsche Sprache und das deutsche Leben kennen zu lernen. Ich habe ein Stipendium gewonnen, das von der Gesellschaft des australisch-deutschen Schüleraustausches gestiftet wurde. Jill mit der deutschen Gastfamilie (Vater, Mutter, 2 Töchter) am Kaffeetisch. Jill und gleichaltriges deutsches Mädchen steigen auf das Fahrrad und fahren durch die Stadt, über Brücke zur Schule nach Wilhelmshaven. Schwenk über junge Mädchen in der Klasse. Die deutsche Familie mit Jill machen einen Ausflug in Bremen vor dem Dom. Schwenk über den Bremer Roland, groß. Die Bremer Stadtmusikanten. Die Glockengasse. Glockenspiel. Familie und Jill gehen durch die Gasse.

05. Essen: Forschung der Farben-Psychologie - Kinderkrankenhaus
Gelbe Häuserfassade mit grauen Fenstern. Schwenk über gelben Schornstein. Rote Treppenaufgänge vor Fabrikgebäude. Studio für Farbberatung. Psychologe Hermann Janisch, groß, entwickelt Farbprogramme für Fabriken, Kindergärten und Schulen. Farbskalen. Eingang zur Kinderklinik. Leiter der Kinderklinik: "Die Atmosphäre einer Klinik ist für das Wohlbefinden der kleinen Patienten außerordentlich wichtig. Wir wissen, dass die farbliche Gestaltung der Räume, in dem ein Kind sich während seines Krankenlagers aufhält, außerordentlich wichtig ist. Wir haben diese Erkenntnis beim Neubau unserer Klinik zu nutzen versucht." Buntes Bild an Zimmerwand. Bunte Wände in den Klinikfluren und Krankenzimmern. Empfangsraum mit bunten Möbeln und Wänden. Kleines Mädchen mit Rattenschwänzen, groß, beim Spielen. Dunkelhaariger Junge baut mit Bausteinen. Junge liegt im Krankenzimmer auf einem Bett. Arzt in dunkelblauem Kittel spricht zu hm. Schwestern in hellblauen Kitteln. Großes Kindergemälde hängt an der Wand. Schwester nimmt farbige Bettwäsche aus dem Schrank. Kleiner Junge spielt im Krankenbett, total.

Sprechertext

Personen im Film

Barzel, Rainer ; Brandt, Willy ; Cyrankiewicz ; Erhard, Ludwig ; Heinemann, Gustav ; Leber, Georg ; Osswald ; Scheel, Walter ; Janisch, Hermann ; Kiesinger, Kurt Georg ; Kossygin ; Smith, Jill

Orte

Bayern ; Berlin ; Bonn ; Bremen ; Essen ; Frankfurt ; Hannover ; München

Themen

Bundestag ; Rhein-Main-Flughafen ; Politik ; Olympia Vorbereitungen ; Sachindex Wochenschauen ; Eisenbahnwesen ; Grenze DDR/BRD, Grenzen ; Kinder ; Erziehung, Jugend ; Forschung ; Fußgänger ; Olympiade 1972 ; Pakte ; Politische Veranstaltungen ; Rückblicke ; Schönheitspflege ; Schulen, Schulungen ; Segeln ; Sport-Details, Fouls ; Städtebilder: Deutschland ; Wellenreiten ; Medizin ; Verkehr: allgemein ; Verträge ; Veterinärmedizin ; Wissenschaft ; Flugzeugwesen, Flugwesen ; Berufe ; Luftaufnahmen ; Ausstellungen ; Gastronomie ; Viermächte-Abkommen ; Frankfurt am Main ; 01 16 mm-Projekt ; Surfing ; 10 Findbuch Deutschlandspiegel

Gattung

Periodika (G)

Genre

Monatsschau

Titel:

Deutschlandspiegel 211/1972

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsdatum:
29.03.1972
Produktionsjahr:
1972

Stabangaben

Technische Daten

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50. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Vertrages (12.08.1970)

Am 12. August 1970 unterzeichnen Bundeskanzler Willy Brandt und Ministerpräsident Alexei Kossygin sowie die Außenminister beider Länder in Moskau den deutsch-sowjetischen Vertrag. Er ist der erste der sogenannten Ostverträge und legt den Grundstein für den "Wandel durch Annäherung". Der Festakt zur Unterzeichnung erfolgt im Katharinensaal des Kreml, einem Ort historischer Bedeutung, wurde hier doch 31 Jahre zuvor der berüchtigte Nichtangriffs-Pakt zwischen Adolf Hitler und Josef Stalin geschlossen.

Die Kernpunkte des Moskauer Vertrages tragen dem Umstand Rechnung, dass formal kein Friedensvertrag zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern existiert. 25 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges verpflichten sich die Vertragspartner nun zum gegenseitigen Gewaltverzicht sowie zur Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen, insbesondere der Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze und der deutsch-deutschen Grenze. Ähnlich lautende Vereinbarungen werden in der Folge mit Polen (Warschauer Vertrag), der DDR (Grundlagenvertrag) sowie der Tschechoslowakei (Prager Vertrag) ausgehandelt. Im Vier-Mächte-Abkommen über Berlin wird außerdem der Rechtstatus der geteilten Stadt geregelt.

Während die mit dem Moskauer Vertrag eingeleitete Ostpolitik der Sozialdemokraten von den Westalliierten einhellige Zustimmung erfährt, ist sie innenpolitisch höchst umstritten. Kritiker fürchten den „Ausverkauf deutscher Interessen“, den endgültigen Verlust der ehemaligen deutschen Ostgebiete und die Verhinderung der deutschen Einheit durch die De-facto-Anerkennung der DDR. Befürworter argumentieren hingegen, dass ohnehin nicht zurückgeholt werden könne, was längst verloren und die Wiedervereinigung nur in einer gesamteuropäischen Friedensordnung zu erreichen sei. Die Unversöhnlichkeit der Standpunkte mündet schließlich in eine handfeste Regierungskrise. Nachdem ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU scheitert, einigen sich die Bundestagsfraktionen schließlich in einer „gemeinsamen Entschließung“ auf einen Kompromiss. Unter Stimmenthaltung der meisten konservativen Abgeordneten wird der deutsch-sowjetische Vertrag im Mai 1972 zusammen mit dem Warschauer Vertrag schließlich im Bundestag ratifiziert. Bereits im Vorjahr wird Willy Brandt für seine Bemühungen um die Versöhnung der Völker mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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