Deutschlandspiegel 428/1990 1990

Sacherschließung

01. Wahlen in der DDR und Regierungsbildung
Wachablösung vor der Alten Wache in Ostberlin. Soldaten der Volksarmee im Paradeschritt. Wahllokal Berlin Mitte. Wahlurne wird versiegelt. Wähler. Interviews mit Wählerin und Wähler. Wahlplakate. Stimmenauszählung. Internationale Beobachter, darunter eine Delegation des Europarates, überwachen den korrekten Ablauf der Wahl. Sieg der konservativen Allianz. Lothar de Maiziere, Vorsitzender der DDR-CDU O-Ton:
"Die Menschen wollen Sachantworten haben und da schließ ich mich dem an, daß diese Wirtschafts-, Währungs-, Sozialunion wichtig ist damit also die Menschen bei uns im Lande bleiben und uns nicht verlassen".
Ibrahim Böhme, SPD O-Ton:
"Es ist das Votum der Wähler gewesen. Ich betone noch einmal, es waren die ersten freien, geheimen, demokratischen Wahlen, wir sind als Sozialdemokraten demokratische Verlierer und werden morgen mit der Arbeit beginnen."
Helmut Kohl O-Ton:
"Wir wollen gemeinsam, daß von Deutschland, von einem wiedervereinigten Deutschland, Frieden ausgeht, d.h., daß wir als europäische Deutsche und als deutsche Europäer diesen Weg in die neunziger Jahre nehmen, in Frieden und Ausgleich mit unseren Nachbarn."
Volkskammer der DDR bildet eine große Koalition. Lothar de Maiziere wird zum Ministerpräsident gewählt, Hans Modrow beglückwünscht de Maiziere. Vereidigung O-Ton durch die Vorsitzende der Volkskammer Bergmann-Pohl. Die Minister Peter Michael Distel, DSU, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Markus Meckel, SPD, Außenminister, werden vereidigt.
(116 m)

02. Leipziger Frühjahrsmesse - Joint Venture Unternehmen
Stadtbild Leipzig. Alte Handels- und Bürgerhäuser, restauriert und erhalten, neben verfallenen Stadtvierteln. Messebesucher und Ausstellung. Landmaschinen, Trecker. Handelspartner in Ost und West werden an Computerbörse vermittelt. Leiter O-Ton: "Die Leipziger Messe ist diesmal etwas ganz Außergewöhnliches. Überhaupt nicht zu vergleichen mit früheren Messen, es herrscht Aufbruchstimmung, die Unternehmer in spe, die Existenzen gründen wollen oder Kooperationspartner suchen - nicht nur in der BRD, sondern auch EG-weit - bestürmen uns. Gefragt ist vor allen Dingen Information in jeglicher Form."
Moderne Technologien werden vorgeführt. Business Center USA O-Ton: "Wir sind zum ersten Mal auf der Leipziger Messe. Bisher haben wir uns auf den europäischen Binnenmarkt 1992 konzentriert. Aber seit vergangenem November hat sich Der Schwerpunkt Europas nach Osten verschoben. Europa ist größer geworden." Französischer Unternehmer O-Ton:
"Die Ostdeutschen suchen selbst direkte Kontakte mit den Franzosen. Die Veränderungen in Der DDR haben den Franzosen und wohl allen westlichen Ländern große Möglichkeiten eröffnet."
(75 m)

03. Auf dem Weg nach oben - Ausbildung wissenschaftlicher Astronauten (D2)
Heike Waldpot, Ärztin und Hochleistungsschwimmerin, groß, auf Drehstuhl. Metereologin Renate Brümmer im Simulator. Trampolinsprünge. Laufen mit Gasmaske auf Laufband. Frau Haese interviewt Heike Waldpot. "Was hat Sie ausgezeichnet, Kandidatin für D2 geworden zu sein?"
"Ich glaub., daß ich eine ganze Reihe von Anforderungen, die gestellt waren, abgedeckt habe. Zum Beispiel im psychischen Bereich gewisse Fähigkeiten oder Eigenschaften zu haben, die sicherlich auch zum Teil aus meiner sportlichen Vergangenheit herkommen."
Arbeit im spacelab im luftleeren Raum.
(60 m)

04. KSZE Wirtschaftskonferenz in Bonn
Teilnehmer aus Ost und West. Alle bekennen sich zur Marktwirtschaft. Helmut Kohl am Rednerpult O-Ton:
"Wir wollen das vereinte Deutschland mit und in Europa bauen und auf keinen Fall gegen Europa. Beider Entwicklungder Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ost und West stehen wir erst am Anfang. Unser historischer Auftrag ist es jetzt, jene Etappe des KSZE-Prozesses in Angriff zu nehmen, in der Europa seine Einheit finden soll."
Teilnehmer der Konferenz bei Rheinfahrt.
Manfred Hausmann O-Ton:
"Ziel ist die Vision eines gesamteuropäischen Wirtschaftsraumes von dann über 500 Millionen Menschen - hier geht es um die Regeln der künftigen Zusammenarbeit - und aus deutscher Sicht ist natürlich wichtig, daß die deutsch-deutsche wirtschaftliche Einheit eingebettet wird in diesem größeren gesamteuropäischen Zusammenhang."
Richard von Weizsäcker O-Ton:
"Mit Hilfe menschlicher Kreativität, sozialer Gesinnung und mit gemeinsamem Respekt vor der Natur wird es gelingen, die Ziele der Schlußakte von Helsinki vorzubringen - nämlich Sicherheit und Zusammenarbeit, Menschenrechte und Frieden."
(68 m)

05. Paragliding in den Bayrischen Alpen - Hängegleiter 2
Start am Berg und Flug unter großem Segel. Steuerung mit 2 Steuerseilen. Flug über Bergschluchten. Hängegleiter am Himmel. Landung.
(73 m)

Sprechertext

Themen

Marktwirtschaft; Politik; Sachindex Wochenschauen; Leipziger Messe; Wahl; 01 16 mm-Projekt; 10 Findbuch Deutschlandspiegel

Gattung

Periodika (G)

Genre

Monatsschau

Titel:

Deutschlandspiegel 428/1990

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsjahr:
1990
Produktionsjahr:
1990

Stabangaben

Technische Daten

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The first and final free elections in the GDR (March 18, 1990)

On March 18, 1990 the final elections to the GDR’s Volkskammer (People’s Chamber) take place. For the first time in the history of the GDR 12.2 million eligible voters have the opportunity to elect their parliamentary representatives.
The voter turnout is 93.4 percent, which is almost as high as in the preceding decades and is a historical record for free elections in Germany. Even though the Social Democrats lead in the polls, in the end the “Alliance for Germany” wins the majority with a surprising 48 percent. The conservative electoral alliance had emerged only weeks earlier. It was a coalition of the East German CDU, the Demokratischer Aufbruch (DA), and the German Social Union (DSU), with essential assistance from the West German Christian Democrats. The Alliance for Germany is the contestant that campaigns the strongest for a speedy reunification and introduction of the Deutsch Mark.
The SPD, with the support of their West-German sister party only comes in second place with 21.9 percent. The Party of the Democratic Socialism that had grown out of the Socialist Unity Party of Germany (SED) is the third strongest party with 16.4 percent of the votes. The „Coalition of Free Democrats“ obtains 5.3 percent of the votes, with assistance from the FDP. The „Bündnis 90“, a merger of direct democratic groups from the East German citizens movement, only receives 2.9 percent of the votes. They had co-initiated the peaceful revolution half a year earlier and continue to advocate a reshaping of socialism as well as a slow and equal consolidation of the two German states. But due to a change of opinion, an incipient organizational structure and a lack of financial support they can’t keep up with the other competing parties.
After tedious negotiations the CDU frontrunner Lothar de Maizière forms a coalition government made up of the Alliance, Social Democrats and the Free Democrats. The last People’s Parliament dissolves when the GDR joins the German Federal Republic on October 3, 1990.

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