Deutschlandspiegel 444/1991 1991

Sacherschließung

01. Der Deutschland Achter
Blick durch Bäume auf den Ratzeburger See. Segelboote, Enten auf dem See. Ruder schlagen auf See, groß. Ruderboot wird zu Wasser gelassen. Die Turnschuhe der Ruderer in Reih und Glied stehend. Ruderer setzen sich in Boot. Start. Training auf dem See. Christiane Haese interviewt Trainer Ralf Holtmeyer O-Ton:
"Die Kanadier haben die besten Ruderer in einem Ort zusammengezogen. Bei uns ist das System etwas anders, die meisten Sportler trainieren dezentral in ihren Vereinen und kommen dann zum Achter-Training in regelmäßigen Abständen zusammen und dadurch haben die Kanadier im Moment einen Vorteil. Ich sehe im Moment nicht, wer außer uns und Kanada Weltmeister werden kann. Das Rudern muß unterstützt werden durch ein Krafttraining an Land. Im Winter kommen natürlich zum Beispiel Skilanglauf, Laufen, Radfahren im Süden - wir fliegen ab und zu nach Spanien - dazu. Das Training wird im Sommer auf dem Wasser gemacht, aber das Krafttraining muß man zwangsläufig an Land machen."
Ruderer bei Krafttraining an Land. Regatta auf dem See. Fahrt durch Ziel. Siegerehrung mit Pokal.
(62 m)

02. Minister Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble fährt im Rollstuhl zu Kabinettssitzung. Bundesadler groß.
Wolfgang Schäuble am Rednerpult im Bundestag O-Ton:
"Teilen heißt, daß wir gemeinsam bereit sein müssen, die Veränderungen miteinander zu tragen, die sich durch die deutsche Einheit ergeben."
Wolfgang Schäuble fährt auf seinen Platz der Regierungsbank. Kurzes Gespräch mit Helmut Kohl.
Helmut Kohl O-Ton:
"Ich bin mit Wolfgang Schäuble seit vielen Jahren befreundet, das vorhergesagt. Das war für ihn eine furchtbare Erfahrung, wie übrigens für uns alle, und ich bewundere seinen Lebensmut."
Wolfgang Schäuble (noch gesund) beim Austausch von Urkunden mit Günther Krause. Zeitungsausschnitte: Das Attentat. Wolfgang Schäuble als Schirmherr des Schriftstellerkongresses O-Ton: "Und ich hoffe auch, daß Sie mit diesem 10. Kongress Ihrem Schirmherrn Ehre und keine Schande machen, darum bitte ich Sie."
Wolfgang Schäuble fährt in seinem Arbeitszimmer zum Schreibtisch O-Ton: "Vielleicht ist die Bewältigung der psychischen Folgen einer solchen Verletzung sogar leichter, wenn man eben eine solche Aufgabe hat, die einen so erfüllt. Viele Aufregungen des Alltags sind nicht mehr ganz so wichtig, weil man eben doch gezwungen ist, sich stärker zu konzentrieren, mit seiner Zeit haushälterischer umzugehen, und man gewinnt zwangsläufig ein Stück Abstand auf diese Weise, auch ein Stück innere Unabhängigkeit. ... so jetzt muß ich weiterarbeiten."
(81 m)

03. Öko-Stadt Erlangen
Kinder gehen durch Aroma-Garten voller Blumen. Kinder auf Fahrrädern fahren durch Landschaft. Kinder arbeiten in ihrem eigenen Kräutergarten. Kinder säubern Bach von Unrat. Luftaufnahme Erlangen. Vor Haus steht Bio-Abfalltonne und Abfalltonne für Altpapier. Begrüntes Dach und Sonnendach. Windrad dreht sich. Ausgestaltung von Hinterhof. Fahrradfahrer in der Stadt.
(46 m)

04. 100 Jahre IG Metall
SW-Fotos von Fabriken und Arbeitsräumen vor 100 Jahren. Feier zum 100jährigen Bestehen der Gewerkschaft. Waldemar Ziemann seit 65 Jahren Mitglied, O-Ton:
"Bei dieser 100-Jahrfeier fällt mir ein, daß ich mit 17 Jahren Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes geworden bin, und daß ich zu dieser Zeit als Lehrling 11 Pfennig im ersten halben Jahr - nicht als Lehrlingsvergütung, sondern als Erziehungsbeihilfe erhalten habe."
Sw: Rauchende Schlote. Hochofen, Arbeiter in Fabrik.
Farbe: Feierstunde in der Paulskirche Frankfurt. Es spricht IG Metall-Chef Franz Steinkühler O-Ton:
"Ohne den wesentlichen Beitrag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Organisationen wäre die alte Bundesrepublik nicht zu einem Land geworden, das in der Welt Anziehungskraft gewann."
Zuhörer halbnah. Neben Franz Steinkühler sitzt Helmut Kohl. Betriebsrätin Erika Lotz O-Ton:
"Der konkrete tägliche Kampf im Betrieb für soziale Gerechtigkeit ist nicht spektakulär und in der örtlichen Presse keine Schlagzeile wert."
Erika Lotz geht zur Arbeit in die Firma Leitz in Wetzlar. Arbeitssaal mit Arbeitern. Erika Lotz spricht mit Arbeitern. Betriebsratssitzung. Bilder von Arbeitern in Betrieb.
(68 m)

05. Märklin Eisenbahn
Modelleisenbahn-Lokomotive fahrend groß. Modelleisenbahn fährt. Firma Märklin in Göppingen. Modelle von 1881 - IC von heute, fingerhutgroß - Maßstab 1:32. Herstellung der Grundform in Zinkbad. Weitere Teile werden maschinell gestanzt und in Handarbeit bemalt und zusammengesetzt. Fertige Züge. Modelleisenbahnen fahren.
(57 m)

06. Karl May
Olaf Hais als Winnetou der Karl-May-Festspiele des Ostens in der sächsischen Schweiz. Olaf Hais auf dem Weg zur Arbeit auf Motorrad O-Ton: "Ich bin der Winnetou hier aus dem Osten. Und weil mein Pferd gerade frißt, habe ich mir den Drahtesel mal kurz ausgeliehen."
Das Karl May Museum in Radebeul. Villa Shatterhand in Dresden mit Karl May Büchern. Foto Karl May. Olaf Hais O-Ton:
"Karl May ist für mich etwas ganz Großes für die Kinder. Die brauchen ständig etwas, wofür sie sich begeistern können. Wir arbeiten hier auf der Bühne nach dem sog. Schwarzweiß-Prinzip, d.h. das Gute wird am Ende über das Böse siegen, und das finde ich so wichtig für die Kinder, daß sie dann am Ende schreien können: Winnetou, vorsichtig, tapp nicht in die Falle. Und naja, meistens gewinnt ja das Gute auch."
Aufführung mit Winnetou und Old Shatterhand in Felsenlandschaft. Kinder als Zuschauer.
(72 m)

Sprechertext

Themen

Gewerkschaft ; Verbrechen ; Sachindex Wochenschauen ; Sport ; 01 16 mm-Projekt ; 10 Findbuch Deutschlandspiegel

Gattung

Periodika (G)

Genre

Monatsschau

Titel:

Deutschlandspiegel 444/1991

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsjahr:
1991
Produktionsjahr:
1991

Stabangaben

Technische Daten

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30th Anniversary of the Attempted Assassination of Wolfgang Schäuble (October 12, 1990)

On October 12, 1990 CDU politician Wolfgang Schäuble becomes the target of an assassination attempt. Schäuble attends an election campaign event at the inn Brauerei Bruder in Oppenau in Baden Württemberg that evening. The small town is part of his election district, Schäuble himself lives nearby in Offenburg. At the time he is secretary of state. The CDUs hopes pinned on their favourite man. The signing of the German Unification Treaty just six weeks earlier had been the pinnacle of his political career.

As Schäuble leaves the inn shortly after 10 p.m. one of the remaining guests fires a revolver three times, from a distance of only half a meter. Two of the bullets hit Schäuble’s jaw and back, the third one hits his security guard. Sustaining critical injuries the 48-year old politician is first taken to the county hospital Oberkirch, there an emergency rescue helicopter transports him to the university hospital Freiburg, where surgeons spend several hours to save his life. Schäuble survives but is paralyzed from the third thoracic vertebrae down and will have to use a wheelchair from now on.

Chancellor Helmut Kohl and SPD candidate for chancellorship Oskar Lafontaine, who had been the victim of a knife attack at an election campaign event about half a year earlier, visit Schäuble in the hospital and express their shock.  

The assassin is arrested at the scene of the crime, a year later he is declared mentally ill and committed to a psychiatric institution. His explanation of the crime is that he wanted to hold someone accountable for the Federal Republic of Germany’s „system of oppression“.

Even though Schäuble would later ask why he wasn’t left to die, he fights back to life with an iron will. Going against his family’s advice to retreat from politics he returns to his official duties only months after the assassination attempt.

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