Deutschlandspiegel 462/1993 1993

Sacherschließung

01. Die Deutschen und der 30. 1. 1933
sw: Rückblick 2. Weltkrieg. Geschützfeuer, Panzerwagen, Tote, brennende Häuser, weinende Frauen, Bomben. KZ-Häftlinge hinter Stacheldraht. Trümmer. Der zerstörte Reichstag.
Farbe: Der Reichstag heute. Junge Leute gehen zwischen Säulen Treppe hinauf. Schwenk zur Schrift Dem Deutschen Volke. Fahne schwarz-rot-gold weht vor dem Reichstag. Ausstellung. In Vitrine Puppen mit Uniformen. Schaubilder "Weltwirtschaftskrise" Lehrer mit Schülern geht durch Ausstellung. Schaubilder mit Fotos der Nazizeit: Aufmärsche, Versammlungen, Machtergreifung durch die Nationalsozialisten.
sw: Adolf Hitler mit Hitlergruß wird Reichskanzler. Fackelzug durch das Brandenburger Tor.
Farbe: Schüler O-Ton: "Ja, ich würde sagen, daß der 30. Januar jetzt nicht so der Tag der Machtergreifung war, sondern daß es einfach symbolisch steht für diesen ganzen Prozeß, der eben schon weit vorher angefangen hat und dann auch erst später abgeschlossen war."
sw: Weltwirtschaftskrise 1929. Verlassene Werkbänke. Arbeitslose stempeln. Mann mit Schild Ich übernehme jede Arbeit. Straßenunruhen. SA marschiert auf. Adolf Hitler O-Ton: "Das deutsche Volk ist wieder stark geworden - in seinem Geiste! Sieg Heil! Sieg Heil!"
Farbe: Schülerin O-Ton: "Ja, die Leute waren fasziniert von der Kraft, die von Hitler ausging - durch seine Reden. Sie waren gar nicht so sehr von dem Inhalt überzeugt, sondern nur von der Kraft und von der Gemeinschaft, die davon ausging. Und sie haben das, glaube ich, als ihren einzigen Ausweg noch gesehen."
Schülerin O-Ton: "Also erstmal hat Hitler wirklich versucht, die Massen hinter sich zu kriegen. Und als er die dann hinter sich hatte, dann ist es dann vielleicht wirklich klar geworden für die meisten, aber da war es für viele auch schon zu spät zum Umkehren."
Schüler O-Ton: "Ich denke, viele haben auch nur gedacht, daß er übertreibt und nie gedacht, daß er wirklich so grausame Sachen begehen kann."
Schülerin O-Ton: "Ja, also ich denke, daß ein ganz wichtiger Punkt auch war, daß er halt für alle Gruppen der Bevölkerung das gesagt hat, was sie hören wollten oder was für sie wichtig war. Für die Jugendlichen hatte er ein Gruppengefühl geschaffen, er hat die Arbeitslosigkeit beseitigt, dadurch, daß er halt alles in die Rüstung gesteckt hat. Dadurch war wieder die Armee zufrieden. Also hat sich eins zum andern so ergeben, das hat er ganz geschickt gemacht. Und dadurch waren alle irgendwo im ersten Moment erstmal zufrieden. Und dann ist es so weit gekommen, daß sie so eine große Macht hatten, daß sich irgendwann auch keiner mehr getraut hat, was zu tun."
sw: Arbeiterinnen an Montageband. Westwallbau, Soldaten auf Motorrädern. Plakat: Der Reichstag in Flammen. Der Reichstag brennt. Bücherverbrennung. Auf Gewerkschaftshaus weht die Hakenkreuzfahne.
Häftlinge stehen mit erhobenen Armen an der Mauer. SA-Mann steht vor jüdischem Geschäft Wehrt Euch Kauft Nicht Bei Juden. An Schaufenster Judenstern. Menschen auf Lastkraftwagen vor Abtransport.
Farbe: Schülerin O-Ton: "Also, ich würde sagen, es war von vornherein eigentlich schon klar, vor allen Dingen, weil jetzt ja auch bekannt ist, daß Hitler seine antisemitischen Theorien schon weit vor seiner Zeit entwickelt hat."
sw: Aus Volksempfänger klingt Hitlers Stimme. Adolf Hitler O-Ton: "Und ich glaube nicht, daß die Gegner, die damals gelacht haben, heute auch noch lachen." Frauen Konzentrationslager. KZ-Häftlinge hinter Stacheldraht
Farbe: Schüler O-Ton: "Wenn wir uns dagegen wehren und uns immer bewußt sind, daß diese Gefahr da ist, dann haben wir eine Chance, das abzuwehren."
Schülerin O-Ton: "Also, ich glaube, daß das heute nicht mehr passieren kann, weil das Ausland sehr interessiert ist an Deutschland, und wir in sehr vielen Bündnissen eingebunden sind."
Schülerin O-Ton: "Ich finde, jeder einzelne muß den Mut aufbringen, auch bei kleinen Sachen den Mund aufzumachen. Und dann meine ich auch, daß man dem Ausland das klar machen muß, daß Deutschland nicht nur aus Neonazis besteht. Wir haben die Erfahrungen in den USA gemacht, daß nur das 'rüberkommt, was eben in Richtung Rechts geht; und daß die Demonstrationen, die Lichterketten, daß das alles gar nicht an die Öffentlichkeit gelangt."
Schüler O-Ton: "Ja, man muß den Mund aufmachen, wo einem etwas nicht gefällt."
Schülerin O-Ton: "Ja, und wie schon gesagt wurde, immer den Mund aufmachen."
Demonstrationszug in Berlin am 30.1.1993. Jugendliche mit Kerzen, Demonstration gegen das Vergessen. Lichterspur von Ost nach West durch das Brandenburger Tor. Lichtschrift Nie Wieder.
(189 m, 10:00:20 - 10:07:05)

02. Bonn: Schule der Diplomatie
Neujahrsempfang. Bundespräsident Richard von Weizsäcker, neben ihm Bundesaußenminister Klaus Kinkel bei der Begrüßung der Diplomaten. Gespräche. Richard von Weizsäcker O-Ton:
"Wir müssen die Chancen zum gemeinsamen Handeln in den Weltorganisationen nutzen. Deutschland wird sich daran konstruktiv beteiligen und seinen Beitrag leisten."
Klatschen. Der Rhein, am Ufer Bonn mit Abgeordneten-Hochhaus. Marktplatz. Die Diplomatenschule. Unterricht in französischer Sprache.
Reuss O-Ton: "Ich denke nicht, daß die Bedeutung des diplomatischen Berufsstandes durch die Informationstechnologie an Bedeutung verliert. Die Verbindungen zwischen zwei Ländern oder auch zwischen mehreren Ländern auf multilateraler Ebene läuft eben doch hauptsächlich über den persönlichen Kontakt und nicht etwa über Computerterminals."
Seminare. Betriebsbesichtigung. Kontakte zu Attach,s anderer Länder. Gast aus Sierra Leone O-Ton (Übersetzung aus dem Englischen): "Ich glaube, daß die Teilnahme an einem Trainingsprogramm in Deutschland meine Aussichten, in Deutschland oder einer der Botschaften in Europa eingesetzt zu werden, verbessert."
Teilnehmerin der Malediven O-Ton (Übersetzung aus dem Englischen): "Ich habe bei diesem Trainingsprogramm am meisten gelernt, wie man mit verschiedenen internationalen Organisationen verhandelt, zum Beispiel IWF, Weltbank und der EG. Es war sehr wichtig, daß wir deutsche Attach,s getroffen haben, denn sie sind es, die wir in unserer Karriere zukünftig treffen werden."
(77 m, 10:07:00 - 10:09:45)

03. Leipziger Mode
Am Straßenrand stehen zwei junge Frauen mit Mini-Rock und Overall. Modefotograf fotografiert Models vor Denkmal. Schöne Altstadthäuser. Alte Uhr. Modewerkstatt East End. Junge Frau in Atelier an Nähmaschine. Anprobe. Bodenschrift Junge Designermode East End.23-jährige Modedesignerin Silke Wagler gibt Modelle zu Fototermin frei. Fotograf und Models auf Baugerüst. Schminken von Dressman und Model. Aufnahmen im Bayrischen Bahnhof. Schienen als Laufsteg.
(58 m, 10:09:40 - 10:11:50)

04. Köln: Eishockey Kölner EC-EV Landshut 6:1
Landshut stürmt. Kölner Abwehr. Zuschauer bildfüllend anfeuernd. Gegenangriff Köln 1:0 ZL. Zuschauer drehen Rasseln. Spielszenen. Spieler auf Reservebank. Kampf um den Puk. Torwartabwehr. Schuß am Tor vorbei. Fahnen werden geschwenkt. Sturz. Bulli. Köln spielt überlegen und erhöht im 2. Drittel auf 3:1. Bodycheck. Beide Spieler stürzen. Fahnen. Zuschauer total. Torschuß. Landshuter Torwart resigniert vor Tor.
Reklame: Bild - Lesen, was los ist - Sester Kölsch - Develop - Karlsberg Urpils - Deutsches Reisebüro - Gothaer Versicherung - Gorbatschow - Inter Sport - Wormland - Schrift auf Eis: Krombach Pils.
(60 m, 10:11:45 - 10:14:00)

Sprechertext

Themen

Geschichte ; Sachindex Wochenschauen ; Sport ; Staatsbesuch ; 01 16 mm-Projekt ; 10 Findbuch Deutschlandspiegel

Gattung

Periodika (G)

Genre

Monatsschau

Titel:

Deutschlandspiegel 462/1993

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsjahr:
1993
Produktionsjahr:
1993

Stabangaben

Technische Daten

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