Deutschlandspiegel 468/1993 1993

Sacherschließung

01. Schloßkonzert in Mecklenburg.
Baumallee. Getreidefeld. Herrenhäuser. Landschaft. Schloß Ludwigslust. Goldener Saal. Im Goldenen Saal spielt das Mecklenburgische Barockorchester das Fagott-Konzert C-Dur eines unbekannten Komponisten auf historischen Instrumenten. Bassist, groß, Cellospielerin, groß, Cembalospielerin. Deckengemälde. Parkanlage mit Wasserspielen. Schwäne. Spaziergänger im Park. Schloßsilhouette am Abend.
(67 m)

02. Porträt Außenminister Klaus Kinkel.
Klaus Kinkel gehend auf Flur. Diplomatenempfang. Händedruck mit afrikanischem Diplomaten. Gespräch mit Araber. Großaufnahme. Frau Ursula Kinkel. Gemeinsames Frühstück im Garten. Klaus Kinkel beim Holzhacken und -sägen. Ursula Kinkel schneidet Rosen. Kinkel joggt mit Sicherheitsbeamten. Kinkel steigt in Flugzeug. Großaufnahme Klaus Kinkel O-Ton:
"Ich war bis zur Wiedervereinigung Beamter mit einem klaren Rollenverständnis des Zuarbeitens, wenn Sie so wollen, die Funktion des Dienens. Das hat sich völlig verändert, seit ich Außenminister bin. Jetzt muß ich im politischen Raum, im ersten Glied sozusagen, um Unterstützung werben. Das ist das veränderte Rollenverständnis. Jetzt muß ich nach draußen versuchen, meine Ideen durchzusetzen."
Flugzeugdüse, groß. Besuch in Prag. Kinkel steigt aus Flugzeug und wird begrüßt. Besuch bei Premierminister Klaus. Konferenz. Das Goetheinstitut in Prag. Klaus Kinkel am Rednerpult bei Einweihung des Goethe-Institutes O-Ton:
"Wir müssen über unsere Grenzen hinweg das Bewußtsein dafür schärfen, daß uns diese Vielfalt, insbesondere auch der Kulturen, nicht trennt, sondern bereichert, und daß wir alle zusammenstehen müssen, wenn wir Europäer in der Welt von morgen einen Platz haben wollen. Hier liegt die zentrale politische Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit in unserer Zeit. Dem soll das Goetheinstitut in Prag auch dienen."
Der Büchersaal des Goetheinstitutes. Klaus Kinkel im Flugzeug bei Aktendurchsicht, groß, O-Ton:
"Das bedeutet für die deutsche Außenpolitik eine neue Herausforderung, weil wir jetzt auch durch die UNO, durch die Völkergemeinschaft gefordert sind, stärker als in der Vergangenheit, nicht nur unsere Rechte, sondern auch unsere Pflichten wahrzunehmen, durch die Entsendung deutscher Soldaten für friedenserhaltende und friedensschaffende Maßnahmen, ebenso für Überwachungsmaßnahmen vorbeugender Art. Das ist eine ganz gewaltige Veränderung und neue Herausforderung für unsere Außenpolitik."
(106 m)

03. Weimar: Deutsch-amerikanischer Schüleraustausch.
Markt in Weimar. Amerikanische Schüler aus Columbus/Ohio auf dem Markt. Das Goethe/Schiller-Denkmal. Deutsche Schülerin O-Ton:
"Das ist das Denkmal von Goethe und Schiller. Sie lebten im 18. Jahrhundert und sind deshalb so bedeutend, weil sie am Weimarer Hof viele bedeutende Werke geschrieben haben. Ihr werdet sie sicher auch kennen, da sie ins Englische übersetzt wurden."
Besuch im Goethe-Haus, wo Goethe einst den Faust schrieb, Bild Goethe. Räume mit Büsten und Schreibtisch. Das Goethe-Gymnasium. Amerikanische und deutsche Schüler/innen bei einer Talkshow O-Ton: Deutsch-Amerikanische Ansichten und Vergleiche: Deutsche Schülerin: "Im großen und ganzen sind die Unterschiede nicht allzu groß, was das Leben und so betrifft.
Aber Amerikaner sind meiner Meinung nach viel offener, sie gehen auf die Leute zu, obwohl sie sie nicht kennen, und das ist in Deutschland etwas untypisch. Aber mir gefällt das viel besser, wenn man aufeinander zugeht."
Amerikaner O-Ton: (teils Übersetzung) "Ich denke, das Leben hier ist friedlicher als in Amerika, weniger Kriminalität. Das Land scheint entspannter als Amerika, und das mag ich."
Die Schüler/innen spielen Gesellschaftsspiele. Amerikanerin O-Ton: (teils Übersetzung). "Einer der größten Unterschiede ist, wie oft die Deutschen essen. Wir sind es zuhause nicht gewöhnt, so viel zu essen. Es ist erstaunlich, wie die Leute so schlank bleiben - aber sie gehen viel, und das mag ich."
Amerikanerin O-Ton: (teils Übersetzung) "In Amerika wollen die Nachrichtensender nur die schlechten Sachen bringen, aus Deutschland, also "Nationalsozialismus" und "Stasi", alles Schlechte über den 2. Weltkrieg und so. Aber man kann nicht Amerikas Standpunkt durch Worte ändern; jeder muß seine eigenen Erfahrungen machen."
Deutsches Mädchen O-Ton: "Ich denke, daß wir unsere Freundschaft, die wir jetzt entwickeln, sehr lange aufrecht erhalten werden."
(74 m)

04. Erfinder Artur Fischer.
Die Fischer-Werke im Schwarzwald. Produktion von Fischer-Dübeln, bildfüllend. Seniorchef Artur Fischer, 73jährig, geht durch den Betrieb. Gespräche mit Mitarbeitern. Artur Fischer O-Ton: "So, nun darf ich Ihnen einmal mein Allerheiligstes zeigen. Das ist hier mein Raum, in dem ich bastele, male und vernünftige und unvernünftige Ideen unterbringe."
"Wie entstehen die Ideen? Gibt es ein Patentrezept?"
"Es ist sicher die Freude, die Begeisterung, die Liebe zur Technik, Neues zu schaffen, das Erfolgserlebnis, die Kreativität, die dabei zum Ausdruck kommt. Es ist einfach ein Gesamterlebnis. Ich wurde oft gefragt - wie machen Sie das - muß ich jedesmal sagen: Tut mir leid; ich kann Ihnen das nicht sagen. Aber ich kenne die Voraussetzungen dazu: Treue zur Sache, Disziplin, Ordnung, gute Ware zu liefern, eine Dienstleistung zu bringen, das ist ganz wichtig. Die Dienstleistung für die anderen, und das ist eines der Hauptmotive. Erfinden und Entwickeln ist schön, aber auch das Malen ist sehr schön. Beides ist kreativ, und ich möchte den Rest meines Lebens dieser besonderen Kreativität widmen."
Seine Gemälde an der Wand. Sohn Klaus Fischer leitet den Betrieb. Gespräche mit Mitarbeitern. Fischer-Technik-Konstruktionsbaukästen für Kinder. Kinder spielen mit Fischer-Technik. Hubschrauber, Auto-Waschanlage.
(75 m)

05. Die Mini-Kicker.
Kleine Jungen (3-5 Jahre) spielen Fußball auf der Straße, Kinder-Fußball auf dem Spielfeld. Maskottchen. 7-8jährige in Umkleideraum. Junge zieht Schienbeinschützer an. Aufmarsch der Spieler. Trainerin am Seitenrand. Spiel. ZL. Torwartszene ZL. Eltern am Spielfeldrand. Ecke. Torschuß. Jubel. Torwartabwehr ZL. Trinken aus Flasche in der Halbzeit. Waschen. Tor in ZL. Die Mannschaften gehen vom Platz.
(60 m)

Sprechertext

Themen

Sachindex Wochenschauen ; Sport ; Außenpolitik ; 01 16 mm-Projekt ; 10 Findbuch Deutschlandspiegel

Gattung

Periodika (G)

Genre

Monatsschau

Titel:

Deutschlandspiegel 468/1993

Produktionsland:
Federal Republic of Germany

Ereignisdaten

Veröffentlichungsjahr:
1993
Produktionsjahr:
1993

Stabangaben

Technische Daten

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100. Geburtstag des Dübel-Erfinders Artur Fischer (* 31. Dezember 1919)

Artur Fischer ist das Paradebeispiel des zeitlebens bodenständigen schwäbischen Unternehmers und zählt zugleich zu den schöpferischsten Erfindern der Welt. Mit seinen über 1100 Patenten und Gebrauchsmustern hat er nicht nur unzählige Alltagsprobleme gelöst, sondern auch das Heimwerken weltweit in seiner heutigen Form erst möglich gemacht.

Schon als Kind begeisterte sich der im baden-württembergischen Tumlingen geborene Artur Fischer für die Tüftelei. Die aus einer Techniker- und Ingenieursfamilie stammende Mutter fördert sein Talent und erfüllt ihm auch den sehnlichen Wunsch nach einem Märklin-Metallbaukasten. Im Anschluss an die Realschule absolviert er eine Schlosserlehre und wird während des Zweiten Weltkrieges als Flugzeugmechaniker eingesetzt.

Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft kommt Fischer 1946 zunächst in einem Reparaturbetrieb unter. Zwei Jahre später eröffnet er unter dem Namen Fischer Apparatebau eine eigene Werkstatt in Hörschweiler im Waldachtal und macht seine erste Erfindung. Aufgrund des allgemeinen Mangels an Streichhölzern ersinnt er einen elektrischen Feueranzünder. Nur wenig später gelingt ihm mit der Konstruktion eines synchron auslösbaren Blitzlichtes für Fotoapparate der große Durchbruch. Das von Agfa vermarktete Gerät wird millionenfach verkauft.

Der 1958 patentierte Spreizdübel aus Kunststoff wird schließlich zu seinem erfolgreichsten Produkt und macht ihn weltberühmt. Bis heute werden täglich 15 Millionen Stück hergestellt. In Erinnerung an seine Kindheit entwickelt er 1964 mit der fischertechnik einen Konstruktionsbaukasten für Kinder und landet damit ganz unerwartet einen weiteren Sensationserfolg. 1980 übergibt er die Leitung der Fischerwerke an seinen Sohn Klaus, geht aber bis ins hohe Alter regelmäßig ins Büro und erfindet nützliche Dinge.

Artur Fischer stirbt am 27. Januar 2016 in seinem Heimatort.

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